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Garmischtour 1998

Eine Woche in Garmisch Wildwasserfahren, wie hatte ich mich darauf gefreut!

Am Abend des 28. August fuhren Tom Gores, Stefan Verhoeven (Huvi genannt) und ich endlich Richtung Süden.

Zunächst mussten wir in Sinsheim Huvis Wohnwagen (besser gesagt Schlachtschiff, bei Maßen von siebeneinhalb Metern Länge und zweieinhalb Metern Breite) abholen. Später hielten wir kurz um zu frühstücken und so gegen zehn Uhr trafen wir schließlich am Campingplatz in Garmisch ein.

Dann wurde es lustig, denn der Wohnwagen passte nicht so richtigauf den Stellplatz und wir mussten ihn einige Male drehen und wenden, bis wir ihn stehen hatten.

Das nächste Problem war, dass Huvi sein Vorzelt noch nie aufgebaut hatte, was sich für uns als ganz schön zeitraubende Angelegenheit gestaltete. Jedoch stand auch das Zelt irgendwann. Da wir relativ müde waren, wollten wir an diesem Tag auch nicht mehr paddeln und so schauten wir uns nur ein paar markante Stellen der Loisach an.

Als wir abends alle in unsere Schlafsäcke gekrochen waren, hatte Tom noch Licht an. Huvi wunderte sich und fragte: "Tom, willst du noch nicht schlafen?" Tom: "Doch schon, aber ich muss euch erst in Sicherheit wiegen!" (wegen seiner im Schlaf extrem geräuschverursachenden Atmung).

Am nächsten Morgen hatten wir das herrlichste Wetter und fuhren relativ zeitig zur oberen Isar. Da dort alles Naturschutzgebiet ist, kann man nur mit einem speziellen Taxibus - wo einem auf der Fahrt Angst und Bange wird - an die Einsatzstelle gelangen. Am "oberen Futterstadl" angelangt, machten wir unsere Boote fertig und fuhren los. Die Landschaft dort oben ist einfach gigantisch und ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Huvi legte sich zwischendurch mit einem Stein an und verlor (Klartext: er kenterte). Wir machten jede Menge Fotos von dem Bach mit dem hellblauen Wasser und teilweise steil abfallenden Wänden und waren viel zu schnell an der Aussatzstelle.

Auf dem Rückweg zum Campingplatz machten wir an einer Sommerrodelbahn halt, um dort runterzudüsen. An diesem Abend bekamen wir von unserem Gourmet Tom ein Mahl serviert, das unvergesslich lecker, aber nicht nachkochbar war.

Auch der nächste Morgen versprach ein wunderschöner Tag zu werden. Am späten Vormittag fuhren wir zum Parkplatz oberhalb des "Straßen-S". Von dort aus paddelten wir zurück zum Campingplatz, wo wir Mittagspause machten. Für die drei km hatten wir eineinhalb Stunden gebraucht, da Huvi (der hier zum ersten Mal Wildwasser fuhr) ein paar Mal kenterte und wir immer wieder Kehrwasser anfuhren, einfach um es zu üben. Nachmittags machten wir die gleiche Tour noch einmal, allerdings brauchten wir nicht mehr ganz so lange.

Danach machten wir uns "stadtfein" und fuhren in den Ort. Erst einmal zockten wir eine Runde Minigolf und dann waren wir bei Pizza-Hut was essen.

Ein merkwürdiges Getöse aus Huvis seltsamem Schalke-Wecker ließ mich am folgenden Morgen erschreckt aufwachen. Während des Frühstücks telefonierte Tom mit einem Bekannten aus Kempten (Kajaklehrer Peter), der zufälligerweise Urlaub hatte und sich mit uns zu einer Tour verabredete.

Am frühen Nachmittag trafen wir uns also an der Einsatzstelle der WMStrecke. Wir waren noch nicht weit gekommen, da verklemmte ich mich zwischen zwei Steinen und musste aussteigen. Ich sah bloß noch Huvis Grinsen und rannte hinter meinem Boot her. Kurze Zeit später durfte ich dann allerdings wieder grinsen, denn Huvi lag im Bach. Den Rest der Tour schaffte ich ohne Kenterung, aber allgemein hatten wir mit neunzig cm etwas zu wenig Wasser.

Nach der Tour gingen wir mit Peter und seiner Frau Tini zum Jugoslawen und hörten von Peter und Tom Stories aus guten alten Zeiten.

Am darauffolgenden Morgen fuhren wir nach Österreich zum Ötztal. Dort wollten wir allerdings im Leben nicht paddeln, da die Ötz unter anderem Wildwasser 6+ zu bieten hat, und die Felsen dort so groß sind wie ganze Häuser. Beeindruckend war es jedoch, sich alles einmal aus sicherer Distanz anzusehen. Gegen Mittag waren wir wieder am Campingplatz und nach einer kurzen Pause wollten wir uns noch einmal auf die Loisach wagen.

Es war auch soweit ganz lustig, mit Badeeinlagen von Huvi und meiner Wenigkeit (wobei ich allerdings über 100 m am Ufer lang über Stock und Stein hinter meinem Boot herlaufen musste, was weniger lustig war). Später saßen wir noch bei herrlichstem Spätsommerwetter unter dem Vorzelt und verspeisten unser von Tom zubereitetes Menü aus Bratkartoffeln mit Zwiebeln, Pilzen, Paprika und Ei, dazu verschiedene Soßen und für Tom und Huvi zusätzlich noch Gegrilltes.

Der nächste Morgen begann mit frühem Aufstehen: Wir wollten noch paddeln und dann schon mal das Vorzelt abbauen. Weil es in der Nacht geregnet hatte (es war aber wieder schönes Wetter), wollte Tom mit uns auf die Ammer. Tatsächlich reichte der Wasserstand, und so setzten wir kurz oberhalb der "Scheibum" (die schwierigste Stelle der Strecke) ein. Kurz nachdem wir losgefahren waren, kam es dazu, dass ich, weil ich viel zu trödelig fuhr, in der Scheibum kenterte, während Huvi völlig unfallfrei hindurchfuhr. Eine Weile hielten wir uns noch zum "Spielen" dort auf und paddelten dann weiter. Leider begann es zu regnen und es schien gar nicht mehr aufhören zu wollen. Als wir irgendwann Pause machten, hatte ich ein kleines Problem: Ich musste mal, d. h. die ganzen nassen, kalten Klamotten irgendwie aus und wieder anbekommen: Brrrhh!! Das sind dann immer so Momente, wo man sich fragt, ob man nicht ein wenig bescheuert ist, als Kanute. Aber wir waren ja nicht mehr allzu lange unterwegs, so konnte die Kälte noch nicht in die Knochen kriechen und anschließend im Auto war es auch wieder kuschelig warm.

Am Campingplatz erwartete uns ein halb zusammengebrochenes Vorzelt. Da wir es nur provisorisch aufgebaut hatten, hatten sich Wassersäcke gebildet, unter deren Last eine Stange total verbogen worden war. Wir stellten das Vorzelt wieder auf und stützen es kurzerhand mit unseren Paddeln ab. Da es immer noch regnete, hatten wir keine Lust, uns etwas im Vorzelt zusammen zu köcheln und gingen wieder zum Jugoslawen. Anschließend saßen wir, wie eigentlich jeden Abend, noch im Wohnwagen und tranken ein Schlückchen besten Aldiweines.

Leider war es am nächsten Tag nicht mehr möglich zu paddeln obwohl der Pegel schon ein schönes Stückchen gestiegen war - aber wir hätten es zeitlich nicht mehr geschafft, da wir außer abbauen ja auch noch nach Hause fahren mussten. Schade war es nur um den strahlend schönen Tag, aber auch der schönste Urlaub hat mal ein
ENDE.

A. Seifert


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