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50 Jahre RKC

Reeser Kanu-Club feiert am Samstag sein 50-jähriges Bestehen

Mit dem Mantel fing es an

Von SEBASTIAN LATZEL
REES. Mit dem Wunschtraum eines Mädchen und einem neuen Regenmantel fing alles an. Lore Suchsland stand Anfang der 50er Jahre immer am Rhein und schaute den Ruderbooten hinterher. Und mit dem neuen Regenmantel des Vaters kam ein buntes Reklamehaft ins Haus. "Fahr fröhlich in die Welt mit Kleppermantel, -boot, und -zelt", lautete der Werbespruch auf dem Heft, der das Mädchen nicht mehr los ließ. Ein Paddelboot sollte her, ein Klepperfaltboot, so wünschte sie sich und sparte eisern. Weihnachten 1952 war dann der Klepper-Aerius-Zweier aufgebaut. Und es blieb nur ein Problem: Wo sollte das Paddelboot untergestellt werden? Ein Problem, das völlig unverhofft gelöst werden sollte. Der Vater des Mädchen war los gegangen, um Zigaretten zu holen und kam erst nach vielen Stunden mit der überraschenden Nachricht zurück: "Wir haben soeben einen Kanu-Club gegründet, werden ein Bootshaus bauen und dort die Boote unterbringen."
Die amüsante Episode der Gründungdes Reeser Kanu-Clubs (RKC) bildet die einleitung von Lore Suchsland zur Chronik des Reeser Vereins. Sie war nämlich jenes Mädchen, das immer sehnsüchtig auf den Rhein geschaut hatte. Ihr Vater Rudolf Suchsland wurde der erste Vorsitzende des Vereins. Der Club wuchs und wuchs und kann am Wochenende sein 50-jähriges Bestehen feiern.
Was in diesen 50 Jahren alles passiert ist, lässt die aufwändige Chronik mit vielen Anekdoten, Geschichten, Dokumenten und Fotos npch einmal Revue passieren. So wird hier etwa davon berichtet, wie der Bau des Bootshauses in Angriff genommen wurde oder dass sogar eine Hochzeitsreise per Paddelboot stattfand. Das Bootshaus am Rhein konnte 1961 eingeweiht werden. Die Rheinische Post bezeichnete das Haus im Artikel zur Einweihung 1961 gar als "schönstes Clubhaus am ganzen Niederrhein".

Festprogramm


Viele Infos
Das 50-jährige Bestehen feiert der Reeser Kanu-Club groß am Samstag, 28 Juni. Zunächst ist am Morgen ab 11 Uhr ein offizieller Empfang im Bootshaus am Rheinufer. Von 15 bis 19 Uhr findet dann ein Tag der offenen Tür statt, zu dem alle herzlich eingeladen sind. Es gibt Infos rund ums Paddeln, Kaffee und Kuchen und eine Bootsrutsche am Rheinufer. Für die passende Musik sorgt "DJ Ente". Beim Jubiläum kann auch die Festschrift für einen geringen Kostenbeitrag erworben werden.

Rheinische Post 24.06.2003



Reeser Kanuten feiern ihren 50. Gründungstag

JUBILÄUM / Morgen von 15 bis 19 Uhr läd der Wassersportverein zum Tag der offenen Tür. Chronik lässt die fünf Jahrzehnte Revue passieren.

REES. Es tut sich was beim Reeser Kanu-Club. Da wird schon seit Wochen gewerkelt, gestrichen, geputzt, gepflastert und an der Außenanlage gearbeitet, alles ehrenamtlich in der Freizeit der fleißigen Vereinsmitglieder. Am kommenden Wochenende (28/29. Juni) feiert der Reeser Kanu-Club sein 50-jähriges Bestehen.
"Ich kenne den Reeser Kanu-Club als aktiven Wandersportverein, der auch eine gute Jugendarbeit pflegt", lobt Ulrich Feldhoff, der Präsident des Deutschen Kanuverbandes.
Schon jetzt erstrahlt das Bootshaus weithin sichtbar in frischem Glanz. Sogar die Boote sind geputzt. Zum Vereinsjubiläum wird ein Zelt aufgebaut, in dem am Samstag für geladene Gäste ein offizieller Empfang stattfindet. Danach ist von 15 bis 19 Uhr Tag der offenen Tür. Es gibt einen Infostand rund ums Paddeln mit Infowänden und Kanuvideos. Am Rheinufer wird eine Bootsrutsche aufgebaut. Interessierte sind eingeladen, sich ein Bild über die Möglichkeiten des Kanusports zu machen. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.
Aus Anlass des Vereinsjubiläums ist der Reeser Kanu-Club an diesem Wochenende auch Ausrichter der Sommersonnenwendfahrt für den Bezirk Unterer Niederrhein, dem über 40 Vereine angehören. Um das Verladen der Boote von den Fahrzeugen zu gewährleisten, wird die Verlängerung des Westrings an der Kreuzung Wardstrasse / Vor dem Rheintor zum Rhein hin bis zum Bootshaus für den allgemeinen Verkehr gespärrt. Zu den Jubiläumsfeierlichkeiten haben die Reeser Kanuten eine 72-seitige Chronik herausgebracht, die die letzten fünf Jahrzehnte Revue passieren lässt.
Höhepunkte der Vereinsgeschichte
Vorsitzende Lore Suchsland blickt auf die Geburtsstunde ihres Vereins zurück, als sich am 16. April 1953 16 Kanuten zur Vereinsgründung in der Gaststätte Driftmeier einfanden. Zahlreiche historische Fotos, darunter natürlich auch von Vereinsgründer Rudolf Suchsland illustrieren die Chronik. "Schaffe, schaffe, Häusle baue", ist ein Beitrag überschrieben, der sich mit der Entstehung des Boots- und Clubhauses beschäftigt. Der Flaggenmast von 1961 wird ebenso vorgestellt, wie die erste Jugend-Donaufahrt. Höhepunkte der Vereinsgeschichte wie die Frankreich-Tour 1974, das Alaska-Abenteuer 1990, Fahrten nach Korsika und Grönland (1977), der Besuch Neuseelands 1992 und diverse weitere Touren werden beim Lesen der Chronik wieder lebendig. In dem Jubiläums-Band finden aber auch die geselligen Stunden Platz. (jok)

NRZ 27.06.03



50 Jahre Reeser Kanu-Club: Jung und Alt hatten beim "Tag der offenen Tür" viel Spaß

Eine Eskimorolle in Vater Rhein

von MONIIKA HARTJES

REES. "Ich würd' mal nicht so nah dran gehen, da kann man nass werden. Da kommt ein ganzer Schwall Wasser", erklärt Laura Köpping, ganz die Fachfrau. Die Kesse Fünfjährige steht an der Bootsrutsche des Reeser Kanu-Clubs. Sie kennt sich aus, denn "früher", bevor sie umgezogen sind, ist sie oft mit ihrem Papa im Zweier-Kanu gefahren, erzählt sie.
Tatsächlich schwillt aus dem großen Holzbecken, das mit Plastikfolie ausgelegt und mit Rheinwasser gefüllt ist, eine Riesenwelle, die den Einer-Kajak, besetzt mit dem 17-jährigen Matthias Frücht, mit Schwung die Wasserrutsche in den Rhein hinunter treibt. Dominik Seifert, der die Wasserklappe bedient, ist Jugendleiter und hat mit seinen Freunden die Bootsrutsche konstruiert. Der 15-jährige Benedikt Frücht ist noch mutiger als sein Bruder, er rutscht rückwärts runter. Plötzlich kippt das Kanu, aber der Junge macht eine profihafte Eskimorolle und taucht sofort an der Wasseroberfläche wieder auf.
Sport für die ganze Familie
Während die Jugendlichen sich an der Rutsche vergnügen, legen 2 Doppelboote mit älteren Ehepaaren am Rheinufer an. Kanufahren ist etwas für Junge und Alte, für die ganze Familie. Das findet auch die langjährige Vorsitzende des Reeser Kanu-Clubs, Lore Suchsland. Vor 50 Jahren wurde der Verein mit 16 Mitglieder gegründet, heute gibt es mehr als 100 aktive Mitglieder. Schon die ganz Kleinen werden von ihren Eltern mit auf Tour genommen, der älteste ist mit 76 Jahren das Gründungsmitglied Josef (Sepp) Seifert.
Die Vereinsgründung, in der Festschrift niedergeschrieben, hört sich an wie ein Märchen: Es war ein mal ein Mädchen, das durch die Wirren der Nachkriegszeit 1951 mit seiner Familie nach Rees kam. Es war vom Rhein fasziniert und wollte unbedingt aufs Wasser. Weihnachten 1952 war es soweit: die Kinder bekamen ein Paddelboot, das aber bis zum Frühjahr zusammengelegt auf dem Dachboden verstaut werden musste. Das Problem der Bootsunterbringung regelte dann Vater Rudolf Suchsland auf seine Weise, er gründete am 16. April 1953 einen Kanu Club. Auf die Frage nach der Faszination des Kanusports antwortete Lore Suchsland: "Die Freiheit" und schränkt dabei ein, dass diese in Ländern wie Kanada und Grönland nach wie vor gegeben sei, in Deutschland aber wegen des Umweltschutzes immer mehr eingeschränkt würde.
Am Samstag feierte der Reeser Kanuclub sein Jubiläum mit einem offiziellen Empfang mit vielen Ehrengästen und einem "Tag der offenen Türe" für die Befölkerung. Viele Besucher schauten sich die Bildergalerie mit Fotos aus der Gründerzeit und von Wanderfahrten an. Auch ein Film, der während einer Wildwassertour gedreht wurde, brachte die Faszination des Kanusports näher.

30.06.2003 Rheinische Post


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