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Bootshausbau

Bootshausbau... Arbeitsstunden

862,5 Stunden ... Tage ... Monate
Die Jahresübersicht für 1953 sah wie folgt aus:
Knaken, Ernst 141,50 Std.
Scholten, Alfred "Amigo" 126,00 Std.
Port-le-Roi, Richard "Kaka" 102,00 Std.
Spitzfaden, Johannes 78,00 Std.
Welbers, Hans "Tütt" 76,75 Std.
Fasel, Hans 64,50 Std.
Spitzfaden, Eugen 57,00 Std.
Lüdecke, Heinz 55,00 Std.
Groll, Paul 46,50 Std.
Suchsland, Rudolf "Scheich" 32,00 Std.
Seifert, Sepp 29,25 Std.
Nienhuysen, Albert "Batje" 28,50 Std.
Pritzel, Georg 18,50 Std.
Wagner, Franz 5,00 Std.
Dietze, Otto -,-- Std.
Lockmann, Willy -,-- Std.
van de Mötter, Paul -,-- Std.
Nobel, Herbert "Veen" -,-- Std.
Suchsland, Lore 2,00 Std.
Insgesamt: 862,50 Std.

Der Wert dieser Arbeitsstunden errechnete sich auf 862,5 Std. x 1,45 (!) DM/Std.= rd. 1.250,DM

Legt man einen heutigen durchschnittlichen Schwarzarbeiterlohn von 15 Euro/Std. zugrunde, so hätte die Arbeitsleistung heute einen Wert von rd. 13.000 Euro bzw. rd. 25.400 DM! Wer zwei "linke Hände" hatte, konnte sich durch diesen "Baustein" aktiv am Bootshausbau beteiligen
Bootshausbau... Richtfest


Schaffe, schaffe, Häusle baue!
Zum Bau des Boots- und Clubhauses von 1953 bis heute.

"Gottlob, jetzt steht zu uns'rer Freude aufgerichtet das Gebäude. Endlich mit vereinter Kraft haben wir es doch geschafft!"

Bevor dieser oder ein ähnlicher Richtspruch gesprochen werden konnte, bedurfte es gründlicher und sorgfältiger Planung, einer halbwegs seriösen Finanzierung u n d des Arbeitswillens und Einsatze s aller Clubmitglieder des neu gegründeten RKC.

Bereits unmittelbar nach der Gründung des Vereins machte man sich Gedanken über eine feste Bleibe und Unterkunft für die zahlreicher werdenden Mitglieder und ihre Boote. Für den 27 . April 1953 wurde im Lokale Driftmeier (heute: Rheinterrassen Tillmann) eine Besprechung angesetzt, in der es in erster Linie u m die Beschaffung eines Grundstücks zum Bau eines Bootshauses und um die Beschaffung einer Notunterkunft für die Boote für den Sommer '53 ging. Auf dieser Versammlung wurde übrigens auch die erste Vereinsfahrt für den 1. Mai 1953 festgelegt, die nach Grietherort gehen sollte. Für den Bootshausneubau wurde von der Stadt Rees dem neuen Verein

"einer der schönsten Plätze am Rheinufer " (Zitat Rudolf Suchsland)

in Erbpacht auf 99 Jahre überlassen . Bis zum September 1953 hatten die aktiven männlichen Mitglieder des Vereins (plus Lore Suchsland ausweislich der Arbeitsstundenauflistung für 1953) unter großen Opfern an Zeit und Arbeitskraft den Grund und Boden planiert, die Fundamente gelegt. Nach den Plänen von Eugen "Vatt" Spitzfaden, die

"größte Zweckmäßigkeit mit äußerster Raumausnutzung"

verbanden, sollte ein Vereinsheim entstehen, welches

"bei aller durch die Zeitumstände gebotenen Bescheidenheit geeignet ist, nach seiner Verwirklichung die Rheinfront der Stadt Rees um ein vorbildlich schönes Gebäude zu bereichern" (Zitat Rudolf Suchsland).

Nun, die meisten Betrachter und Nutzer des jetzt fast 50 Jahre alten Bootshauses werden wohl zustimmen, dass unser Clubhaus dem vom damaligen 1. Vorsitzenden erhobenen Anspruch durchaus genügt, auch wenn sich jetzt, nach einem halben Jahrhundert, die Spuren, die der Zahn der Zeit am Bau und seiner Ausstattung hinterlassen hat, nicht leugnen lassen. Hier geht es dem Bootshaus nicht anders als uns Menschen: Mit zunehmendem Alter muss mehr und mehr in Instandsetzung und Reparaturen investiert werden.

Aber daran mussten die Erbauer in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts des vergangenen Jahrtausends jedoch noch nicht denken. Sie waren unermüdlich bestrebt, den Bau durch Eigenleistung und Begeisterung, begleitet von einer aus heutiger Sicht fast schon als schamlos zu bezeichnenden Hemmungslosigkeit im Erbitten und Erbetteln von Baumaterialien, voranzutreiben. Die Bittbriefe von "Vatt" Spitzfaden endeten gerne mit dem Satz:

"Ich glaube keine Fehlbitte getan zu haben und sage Ihnen für Ihre Unterstützung im Voraus unseren besonderen Dank."

Und meistens waren sie von Erfolg gekrönt. Reagierten die angesprochenen Baustoffhändler, Bauunternehmer und Handwerksmeister nicht sofort in der gewünschten Weise, so bediente sich Vatt auch schon mal der folgenden Formulierung:

"Nehmen Sie bitte meine Versicherung entgegen, dass ich Ihre Hilfe nicht vergessen werde und meine Dienste Ihnen bei anderen Anlässen sicher sind. Falls Sie aber meiner Bitte nicht entsprechen können, so wollen Sie uns auf meine persönliche Rechnung den erbetenen Mörtel anfahren."

Also war für den angesprochenen Unternehmer klar, entweder ich liefere kostenlos, oder ich verscherze es mir mit dem Architekten, mit dem ich zukünftig vielleicht noch den ein oder anderen schönen Auftrag abwickeln kann.

O tempora, o mores!
L. Heck


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